Auch dieser Bericht von unserem Besuch der Messe „Boot“ in Düsseldorf am 24. und 25. Januar beginnt bei Serkan.
Wegen seiner längeren Anreise war er derjenige, bei dem zuerst um 4 Uhr morgens der Wecker klingelte, und der, zu seinem Entsetzen, im Radio zu hören bekam: Eisregen erwartet in Nordrhein-Westfalen, also auf dem Weg nach Düsseldorf! Sollten wir die Abfahrt verschieben? What’sApp, Palaver, Abstimmung: Wir fahren mal wie geplant bis Frankfurt, und dann sehen wir weiter. Letztlich flutschte aber ohne Eisregen alles wunderbar, und kurz nach 10 Uhr trafen sowohl Familie Noordam als auch Serkan und Detlef im Abstand von 15 Minuten an der Messe ein. Getroffen haben wir uns allerdings erst 1 Stunde später in einer Messehalle.

Die „Boot“ in Düsseldorf ist ein ganz anderes Kaliber als die „Interboot“ in Friedrichshafen, die vor allem für Segler nicht übermäßig viel zu bieten hatte. Auf der „Boot“ hingegen gab es große Bereiche für Holzbootbau, für Segelreviere und Charteranbieter, für Verbände, Behörden und Klassenvereinigungen, für Boote von der Jolle bis zur Eigner- oder Charteryacht, für allerlei schwimmendes Kroppzeug wie Fahrräder auf Foils, von Skimboards bis zu Paddelbooten und Kanus. Auch eine Kletterwand war da, für kleine bis große Kinder.

Am Stand der Turningpoint-Stiftung für inklusives Segeln beeindruckte uns das kentersichere Segelboot Hansa 303 wide mit 2 Sitzen und Steuerknüppel, das für Menschen mit körperlichen Einschränkungen gedacht ist. Es ist ein Zweimaster, da das Focksegel einen eigenen Mast besitzt, und es ist in der Größenordnung von 10.000€ zu haben. Alle anderen Boote aus diesem Bereich, die wir bis dahin gesehen hatten, kosten ab 20.000€ aufwärts.


Guido und Serkan fühlten sich natürlich besonders vom Stand der Ixylon angezogen. 2 Hallen weiter fanden wir auch einen schönen Flautenschieber für Serkans Boot.

Nach dem Mittagessen teilten wir uns auf, da jeder noch ein paar persönliche Interessen hatte. Detlef wollte noch einmal nach Charteryachten gucken. Leider war aber die Fa. Elan nicht vertreten, von denen wir uns für dieses Jahr ein Boot reserviert hatten. Aber Bavaria war da, wo man eine Cruiser 46 auch betreten konnte. Auch so manches andere Traumschiff stand zum Bestaunen da, meistens aber leider mit einer hässlichen Kordel am Eingang des Standes, oder optional mit einer Schlange von Menschen vor der Treppe.
Es gab auch eine Halle mit allem möglichen Zubehör, sodass Detlef eine neue automatische Rettungsweste erstehen und einen Yachtkalender 2026 zum halben Preis erbeuten konnte. Serkan und Detlef haben Schoten eingekauft. Die Leute mit dem Tauwerk waren aus Oberkirch und Karlsruhe angereist. Die haben wir gleich zu Besuch an den Kriegersee eingeladen. Auch Erik Sander haben wir an dem Stand getroffen, als er gerade seine Nase dort hineinsteckte.
Um 18 Uhr schloss die Messe, und wir sind in den Stadthafen gefahren, um uns gegenüber dem beeindruckenden Neuen Zollhof von Frank Gehry in einem Spezial-Restaurant für Curry-Wurst eine solche einzuverleiben, dazu phantastisch knusprige Pommes nach belgischer Machart. Serkan hat einmal in Düsseldorf gearbeitet, er kannte den Laden aus alten Zeiten.

Im Hotelrestaurant gab es dann noch eine Tasse Hopfentee als Absacker.
Am nächsten Morgen sind wir dann nach dem Frühstück, nicht zu früh, noch einmal auf die Messe gefahren, um uns die Motorboote für das fortgeschrittene Portemonnaie anzusehen. Vielleicht sollten wir ein solches Exemplar als schwimmendes, überflutungssicheres Vereinsheim ins Auge fassen.

Noordams haben sich aber erst einmal mit einem SUP zufriedengegeben.
Mein Hirn sagt mir natürlich, dass der Spritverbrauch von solchen Schiffen weit jenseits des Verantwortbaren liegt, ferner hegt ein dunkler Winkel meines Herzens Vorurteile gegen die Leute, die sich so etwas leisten können, und trotzdem kann ich mich an solchen Luxus-Schüsseln nicht sattsehen.


Gegen 14 Uhr haben wir dann unsere Leinen losgeworfen und sind, randvoll mit Eindrücken, wieder auf den Heimweg gemacht.
Zweimal 4 Stunden sind eine lange Fahrt? Nicht wenn man sich gegenseitig das Leben erzählt und sich noch einen haarsträubenden Seglerblog reinzieht (Die Segelkneipe: Atlantiküberquerung zum Abgewöhnen).
Klingst sehr interessant. Schade, dass wir nicht mitkonnten – aber vielleicht nächstes Jahr 🙂