Es begann, wie alle großen Katastrophen beginnen: leise, harmlos, unscheinbar. Damals ahnte niemand, dass die Seglergemeinschaft Rheinmünster eines Tages in den Annalen der Limnologischen Forschung als Hotspot der Ixylon‑Proliferation geführt werden würde. Doch der Reihe nach.
Kapitel 1 – Ivette – Mutter aller Dinge

Alles fing an mit Michael K., einem ehemaligen Regattasegler, der eigentlich nur in Ruhe segeln wollte. Er brachte die Ivette mit — ein braves, wohlerzogenes Boot, das niemandem etwas zuleide tat. Doch wie es bei gut gepflegten Booten so ist: Sie blieb nicht lange allein.
Kapitel 2 – Die Perle – die Blaue unter den Roten

Dann erschien Stefan G. mit seiner Perle. Ein Boot, das so selten auf dem Wasser zu sehen ist, dass manche Vereinsmitglieder glauben, es handle sich um ein mythologisches Wesen. Andere behaupten, die Perle sei eigentlich ein Delfin, der sich als Jolle tarnt. Wichtig ist nur eines: Sie ist die einzige mit blauem Deck. Ein genetischer Ausreißer. Ein Albino‑Ixylon. Ein Wunder der Natur.
Kapitel 3 – Saltlife – der Katalysator

Dann kam Guido N. mit der SaltLife. Ein Boot, das aussieht, als hätte es schon drei Weltumsegelungen hinter sich, obwohl es eigentlich nur Ammersee und den Kriegersee kennt. Mit der SaltLife begann die Sache zu kippen. Man munkelt, sie habe Pheromone im Gelcoat.
Kapitel 4 – Die Namenlose – das Phantom von Ingbert

Kurz darauf tauchte Ingbert K. mit einer weiteren Ixylon auf. Ein Boot ohne Namen. Ohne Segel. Ohne Mast. Ohne erkennbare Lebenszeichen. Man sieht es nie segeln. Man sieht es nie bewegen. Man sieht es eigentlich nur liegen. Ein Ixylon‑Ei, das darauf wartet, zu schlüpfen.
Kapitel 5 – Lina – die Kassenwart Edition

Dann kam Serkan K., der Kassenwart, mit der Lina. Ein Boot, das vermutlich nur angeschafft wurde, um die Vereinsfinanzen zu stabilisieren. Denn jeder weiß: Wer eine Ixylon besitzt, zahlt automatisch mehr Liegeplatz, mehr Reparaturen und mehr Nerven.
Kapitel 6 – Sunshine

Der jüngste Spross Und schließlich, als alle dachten, es könne nicht schlimmer werden, erschien Markus H. mit der Sunshine. Ein Boot, das so fröhlich aussieht, dass man fast vergisst, dass es Teil einer rasanten, unkontrollierten Populationsentwicklung ist.
Fazit – die Ixylons übernehmen den See
Mittlerweile ist klar: Die Ixylons vermehren sich schneller als die Schwäne, schneller als die Anglerköder und schneller als die Gerüchte im Verein. Alle haben ein rotes Deck. Alle — bis auf die Perle. Die Perle ist die Auserwählte. Die Messias‑Ixylon. Diejenige, die laut Prophezeiung eines Tages den See retten oder endgültig ins Chaos stürzen wird.
Und wer am See nun leise lauscht, vernimmt, wie jedes Boot so rauscht: „Wir werden mehr, wir sind bereit — die Ixylon‑Zeit, sie ist nicht weit!“