Anreise nach Cannigione, Sardinien
Ekelhafte Uhrzeit: Der Flieger geht am Samstag um 6 Uhr früh ab Basel. EasyJet hatte den ursprünglich gebuchten Mittagsflug nach Olbia auf Sardinien storniert und ließ uns um 4 Uhr am Flughafen Basel antanzen. Petra chauffierte Dominik, Annemone, Michael Bürkle, Diana und mich nach Basel. Michaels Sohn Roman flog von München aus. Dann ging aber alles reibungslos. Gegen 10 Uhr setzte uns der Shuttle-Bus in der Marina von Cannigione an der Nordostküste von Sardinien ab. Wir gingen erst einmal frühstücken und ein wenig baden nahe dem Hafen und konnten das Boot sehr bald danach übernehmen. Anschließend gingen wir Proviant einkaufen. Inzwischen traf auch Roman ein. Nach dem Übernahme-Check nach Liste und online wurde der Proviant verstaut und die Kabinen bezogen. Wir hatten eine Elan 45 gechartert, die wir alle noch nicht kannten. Dann gab es erst einmal eine schöne Pizza im Restaurant, und bald danach fielen wir in unsere Kojen.


Sonntag: Von Cannigione zur Insel Lavezzi (22 Seemeilen)
Frühstück, Leinen los und aus dem Hafen getuckert. Zunächst einmal haben wir ein paar Manöver gemacht, um das Schiff kennenzulernen, und dann kamen die Segel hoch. Die Prognose hatte nicht viel Wind verheißen, aber dann ging es doch ganz ordentlich vorwärts. Cannigione liegt in einer tiefen Bucht, die sich in das Maddalenas-Archipel öffnet. Durch eine nicht sehr breite Wasserstraße ging es zwischen Sardinien und dem Archipel nordwärts. Über offenes Wasser erreichten wir die Lavezzi-Insel vor der Südküste von Korsika. In einer Bucht im Osten der Insel gingen wir vor Anker. Nach dem Ankerbier und einem erfrischenden Bad in der türkisblauen Bucht wurde das Dingi klargemacht, und wir tuckerten in zwei Fuhren an Land. Auf der unbewohnten Insel wanderten wir durch die blühende Macchia und zwischen Zyklopenfelsen bis zum Leuchtturm. Zum Abendessen bereitete Roman ein leckeres Risotto. Die Nacht über Ankerwache mit Ablösung alle 2 Stunden, während die kleinen Wellen schwappen, die Sterne stehen, die Leuchtfeuer funkeln und das Boot mal mehr nach hier und mal mehr nach da schwojt.




Montag: Lavezzi nach Castelsardo (39 sm)
War der erste Schlag von mäßiger Länge zum Eingewöhnen, ging es heute mit 39 Meilen ordentlich zur Sache. Petra und Annemone waren immer die ersten auf den Beinen und kümmerten sich um das Frühstück. Gefrühstückt, ein schnelles Bad, und Anker auf. Westwärts durch die Straße von Bonifacio unter Capo Testa vorbei, gegen den Wind, deshalb zeitweilig unter Maschine. Dann auf Südwestkurs am Wind die sardische Westküste hinunter. Wir bekommen einen Platz in der Marina, Festmacherbier, Hafenmeister. Dann geht es zum Abendessen in einem Restaurant auf dem Weg zur Altstadt. Da gibt es Muscheln und Fisch in allen Darreichungsformen, lecker, lecker, lecker. Obwohl es dunkel wird, beschließen wir, noch in die Altstadt hochzulaufen. Dort liegen die Gassen, Stufen und Torbögen im Schein der Straßenlaternen. Eine Kirche ist noch offen. Zurück zum Hafen geht es über steile Straßen und Fluchten von Staffeln, zwischendurch noch ein Eis. Wir fallen erschöpft in die Kojen.

Vor der Sonne das aufgerollte Gennaker-Segel


Jenseits der Mauer da oben liegt auf der anderen Seite die Altstadt.


Dienstag: Castelsardo nach Cala di Roccapina (38 sm)
Auch dieser Schlag wird lang, aber der halbe Wind bläht den Gennaker, und der Kahn fliegt. Die Cala di Roccapina liegt an der korsischen Südküste und ist eine schmale, von Felsen eingerahmte Bucht, beschützt von einem genuesischen Wehrturm. Vor der Ankunft muss man scharfe Felsen umsteuern, der Anker fällt auf Sand. Diana macht Pasta und Salat.



Mittwoch: Cala di Roccapina nach Bonifacio (16 sm)
Nach den beiden langen Schlägen ist heute Ausspannen angesagt. Frühstück, baden, Landausflug zum Wehrturm. Erst gegen Mittag geht der Anker auf. Im Westen kachelt der Mistral, wir bekommen die Ausläufer ab. Der Wind schiebt ordentlich von achtern, wir kreuzen vor dem Wind, damit es nicht zu heftig wird. Schnell sind wir vor Bonifacio an der Südspitze Korsikas. Der Hafen liegt in einem engen langen Fjord. In der Hoffnung auf Windschatten laufen wir unter Segeln ein. Im Fjord bläst es aber genau so stark wie draußen, und wir haben einige Mühe, die Plünnen runterzukriegen. Auch an unserem Liegeplatz ist noch ordentlich Wind. Nach Festmacherbier und Hafenmeister gehen wir in die Altstadt hoch zum Abendessen. Auch hier gibt es wieder Fisch und Meeresfrüchte. Kleiner Rundgang durch die Altstadt mit tollem Blick auf den Hafen und nach Sardinien rüber.



Volle Kanne in den Fjord



Donnerstag: Bonifacio nach Cala Santa Maria (Insel Santa Maria, Maddalena-Archipel, Sardinien), 16 sm
Am Vormittag gibt es noch Zeit zu einem Altstadtbummel. Diana und ich holen Fisch für das nächste Abendessen und fahren noch einmal mit der Bimmelbahn zur Altstadt hoch. 14 Uhr Leinen los und ein mäßig langer Schlag zur Insel Santa Maria im Maddalena-Archipel. Es pustet immer noch ordentlich, aber der Kurs ist etwas angenehmer als am Vortag. In der Cala Santa Maria erwartet uns eine Boje, das erübrigt die Ankerwache. Baden und Ausflug zum Kirchlein auf der Inselmitte, während Diana und ich die Fischsuppe vorbereiten. Leckeres Abendessen!


Freitag: Santa Maria nach Cannigione (17 sm)
Heute will auch ich noch einmal zum Inselkirchlein, Annemone begleitet mich. In der Macchia blüht die Myrte. Gegen Mittag Leinen los, und mit ganz wenig Wind geht es teileweise unter Segeln, teilweise unter Motor heimwärts. Zwischenstopp zum Ankern in der Cala Coticcio, Insel Caprera, auf zu einem ausgedehnten Badeausflug. Dann trägt uns der Wind in die Bucht von Cannigione, und wir kreuzen etwa eine Stunde vor der Tankstelle, bis wir am Ende drankommen. Wir machen an unserer Mole fest, der Vercharterer kommt zur Endabnahme, während wir schon die Sachen packen für die Abreise. Abends geht es noch einmal in dieselbe Pizzeria wie am Anfang. So schließt sich der Kreis.
Die Nacht wird nicht lang: Am nächsten Morgen um 5 Uhr kommt der Shuttle-Bus zum Flughafen Olbia, wo alle heimfliegen bis auf Diana und mich, da wir uns nur einen Mietwagen holen für eine knappe weitere Woche Landurlaub in Sardinien.




Cala Coticcio, Caprera

Und zur Abwechslung einmal Schmetterling mit Gennaker.



Aufbruch um 5 Uhr.